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Wasser – ein kostbares Gut

Avatar of ellermann 12. Juli 2022, Lifestyle , Nachhaltigkeit

Extreme Hitze, kein Regen – Europa erlebt gerade wieder einen Dürresommer. Auch in Teilen Deutschlands ist das mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Welche Folgen hat das und was lässt sich dagegen tun?

Im Herbst und Winter haben wir Regen im Überfluss und wünschen uns, dass die Sonne mal wieder scheint. Doch wenn im Sommer die Pegelstände in den Gewässern immer weiter sinken, Pflanzen, Bäume und Böden verdorren, Wälder brennen, Menschen und Tiere körperlich unter der Hitze leiden – spätestens dann merken wir, wie wichtig und wertvoll Wasser ist. 

Theoretisch genug Trinkwasser vorhanden

Die gute Nachricht: Laut Umweltbundesamt herrscht hierzulande bislang grundsätzlich kein Mangel an Trinkwasserressourcen. Deutschland ist prinzipiell ein wasserreiches Land. Allerdings ist die Wasserverteilung und damit auch die Wasserverfügbarkeit nicht in allen Regionen gleich. In sehr heißen Phasen können die Grundwasserstände – so wie es auch aktuell der Fall ist, in manchen Gegenden so tief absinken, dass das Wasser zeitweise knapp wird.

Folgen der Wasserknappheit

Trockenheit hat gravierende Konsequenzen, unter anderem für die Landwirtschaft. Ohne Wasser vertrocknen Pflanzen und es kommt zu Ernteausfällen. Das macht sich nicht nur unmittelbar an der verfügbaren Menge und den Preisen für Obst, Gemüse und Getreide bemerkbar. Neben dem Ackerland kann auch das Grünland nicht mehr ausreichend bewässert werden, das zum Beispiel Futtermittel für Rinder liefert.

Ein weiterer unschöner Effekt von Ernteausfällen und Trockenheit sind laut Umweltbundesamt die sogenannten Nährstoffüberschüsse (Stickstoff und Phosphor) im Boden. Diese entstehen, wenn die Ackerpflanzen den Dünger wegen der Trockenheit nicht vollständig aufnehmen können. „Die so entstehenden Nährstoffüberschüsse haben vielfältige negative Umweltwirkungen, etwa durch die Beeinträchtigung der Wasserqualität, negative Wirkungen auf die Artenvielfalt und erhöhte Treibhausgasemissionen (z.B. in Form von Lachgas).“

Trockenheit und Starkregen

Überflutungen durch Starkregen, auch das ist eine der schlimmen Folgen von ausgeprägter Trockenheit. Die Überschwemmungen im Sommer 2021 hat man noch vor Augen, viele Menschen leiden heute noch in den betroffenen Gebieten unter dem entstandenen Schaden. Auch hier zeigt sich, wie im Kreislauf der Natur alles zusammenspielt. Und was passiert, wenn das Gleichgewicht durch die Klimaerwärmung gestört wird.

In einem Interview mit Focus Online erklärt der DWD-Meteorologe Andreas Brömser: „Mit jedem Grad Temperaturerhöhung kann die Atmosphäre sieben Prozent mehr Wasser halten. Es regnet daher, wenn es regnet, stärker – und es regnet gleichzeitig seltener. Es gibt eine Tendenz zu langen Trockenperioden, die von Starkregen unterbrochen werden.“ Die Folge: Die Böden können das viele Wasser nicht aufnehmen und es kommt zu Überschwemmungen.

Nachhaltiger Umgang mit Wasser

Damit Deutschland in puncto Wasser im Gleichgewicht bleibt, hat das Bundesumweltministerium 2021 eine Nationale Wasserstrategie vorgelegt. Diese soll die natürlichen Wasserreserven Deutschland sichern, Vorsorge gegen Wasserknappheit leisten, Nutzungskonflikten vorbeugen sowie den Zustand der Gewässer und die Wasserqualität verbessern.

„Schwammstädte“ – ein Konzept mit Zukunft

Ergänzt wird der Strategieentwurf durch ein Aktionsprogramm mit 57 Maßnahmen, darunter so spannende Dinge wie die sogenannten „Schwammstädte“. Wie der Name schon sagt, geht es darum, Städte so zu planen, dass sie Regenwasser auffangen, wenn es im Überfluss vorhanden ist, um es dann in Zeiten der Wasserknappheit einzusetzen. Im Grunde genommen das gleiche Prinzip wie bei der Regentonne im Garten – nur wesentlich technisierter und vernetzter. Städte wie Wuppertal, Hamburg, Berlin und Leipzig arbeiten bereits seit einiger Zeit daran, sich auf diese Weise an den Klimawandel anzupassen.

Deutsche sind wassersensibel

In Deutschland sinkt der Wasserverbrauch in den privaten Haushalten seit Jahren. Im Durchschnitt 20 Liter weniger als noch vor 30 Jahren verbrauchen wir heute pro Tag. Doch es kann nicht schaden, in heißen Phasen noch sparsamer mit Wasser umzugehen. Zum Beispiel beim Duschen oder auf der Toilette, denn hier ist der private Wasserverbrauch laut statista.de am höchsten und bietet dementsprechend noch Einsparpotenzial.

Globale Wasserverschwendung stoppen

Und weil das Klima ein globales Thema ist, sollte man außerdem über den Tellerrand schauen. Denn Wasser wird auch in anderen Ländern der Erde vergeudet – oft da, wo es besonders knapp ist. Wer wassersensibel einkaufen möchte, verzichtet beispielsweise auf Produkte, deren Anbau besonders viel Wasser erfordert. Welche Produkte das sind, erfahrt ihr hier.