Nachhaltiges Heizen mit kalter Nahwärme

Im ersten Moment klingt es widersprüchlich – kalte Nahwärme. Dahinter verbirgt sich jedoch eine innovative Wärmeversorgungs-Technik, bei der zum Beispiel Grundwasser mittels hocheffizienter Wärmepumpen zum Heizen und für Warmwasser erwärmt wird. Installieren Gebäudeeigentümer ein Umschaltventil, können sie ihre Immobilie sogar umgekehrt auch angenehm kühlen. Für den kurios anmutenden Namen verantwortlich sind die vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 10 und 12 °C, bei denen das Wärmenetz gewissermaßen kalt bleibt.

Welche Vorteile hat kalte Nahwärme?

Ein wesentlicher Vorteil liegt darin begründet, dass Nutzer eines Nahwärmenetzes vergleichsweise unabhängig sind. Sie nutzen das Netz bei Ihnen unmittelbar vor der eigenen Haustür, welches in der Regel vom lokalen Stadtwerk beziehungsweise Energieversorger betrieben wird. Werden die leistungsstarken Wärmepumpen beispielsweise mit sauberem Sonnenstrom betrieben, kann die Wärmeversorgung sogar komplett autark vom Energiemarkt erfolgen, was für die Anwohner Preis- und Planungssicherheit mit sich bringt.

Bild:Naturstrom

Was bedeutet kalte Nahwärme für die Ökobilanz?

Werden die in den Häusern dezentral installierten Wärmepumpen mit Strom aus Erneuerbaren Energien – beispielsweise gewonnen von Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Dach – gespeist, lässt sich eine emissionsfreie Wärmeversorgung realisieren. Vor diesem Hintergrund gilt die zunehmend an Fahrt aufnehmende kalte Nahwärme als wichtige Alternative zu konventionell betriebenen Heizungsanlagen.

Kalte Nahwärme zahlt sich langfristig aus

Wie das Ingenieurbüro Low-E Ingenieurgesellschaft für energieeffiziente Gebäude mbH ermittelt hat, lassen sich Kosten an der Gebäudehülle einsparen, wenn kalte Nahwärme in Aussicht steht. Dann nämlich muss aufgrund des vergleichsweise geringen Primärenergiebedarfes weniger baulicher Wärmeschutz berücksichtigt werden. Das heißt konkret, dass die Baukosten geringer ausfallen, um die gesetzliche Mindest- beziehungsweise die Förder-Anforderungen zu erzielen. So können bei einem Einfamilienhaus bis zu 12.000 Euro eingespart werden, wenn es mit kalter Nahwärme statt mit Erdgas versorgt wird.

Gut geplant und geschickt gefördert

Um innovative Wärmenetzsysteme in Deutschland voranzutreiben, wurden unterschiedliche Fördermöglichkeiten aufgelegt. Auch die kalte Nahwärme wird subventioniert. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet auf der Webseite der KfW weiterführende Informationen.

Zur Webseite der KfW

Bauliche Kostenvorteile der kalten Nahwärme für ein 150m² EFH (Fördersituation ab 01.07.2021):

Schon gewusst?

Stadtwerke Troisdorf sind Vorreiter in der Nahwärme

Bereits seit 2014  statten die Stadtwerke Troisdorf alle Troisdorfer Neubaugebiete automatisch mit einem Nahwärme-Netz aus. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden alle Immobilienbesitzer verpflichtet, diese Form der Wärmeversorgung anzunehmen.

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Sebastiano Ferro

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