Umstellung der Gaqualität von L- auf H-Gas

In Deutschland gibt es momentan noch zwei verschiedene Erdgasqualitäten. Als Ihr Netzbetreiber beliefern wir Sie sicher und zuverlässig mit Erdgas. Dabei handelt es sich derzeit um sogenanntes Gas der Qualität L.

Um den deutschen Erdgasmarkt wettbewerbsfähig zu machen und auch in Zukunft an ausreichende Erdgasvorräte angeschlossen zu sein, hat die Bundesregierung beschlossen, dass bis 2030 bundesweit einheitlich Erdgas der Qualität H angeboten werden soll. Die Umstellung im Netzgebiet der Stadt Troisdorf erfolgt im April 2021, weshalb alle erdgasbetriebenen Geräte angepasst werden müssen.

Kostenlose Geräteanpassung

Durch die Erdgasumstellung entstehen Ihnen in der Regel keine direkten Kosten!

Die Kosten für die Geräteanpassung übernehmen die Stadtwerke Troisdorf als Betreiber des Gasnetzes.

In wenigen Fällen kann es passieren, dass ein Gerät nicht angepasst werden kann. In diesem Fall nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf, um das weitere Vorgehen mit Ihnen abzustimmen.

Mit der nebenstehenden Darstellung erläutern wir Ihnen den Ablauf der Erdgasumstellung und was das für Sie bedeutet.

 

1 – Informationsphase

Ab Januar 2019 werden Ihnen die Besuche von Mitarbeitern, der von uns beauftragten Fachfirmen, per Post angekündigt. Diese werden Ihre Endgeräte erfassen.

Mit diesem Schreiben erhalten Sie bereits Ihre individuelle PIN von uns. Bitte bewahren Sie diese sorgfältig auf!

2 – Erhebungsphase

In dieser Phase kann festgestellt werden, in welchem Umfang eine Geräteanpassung notwendig ist. Die Erhebung der Gasgeräte beginnt im Januar 2019 und endet voraussichtlich im Herbst 2019.
Sollten Sie nicht zuhause sein, finden Sie in Ihrem Briefkasten eine Karte für eine Terminvereinbarung vor.
Die Techniker können sich mit einem Ausweis sowie mit der Nennung Ihrer persönlichen PIN identifizieren. Sollte sich bei Ihnen eine Person als Mitarbeiter vorstellen und Ihre persönliche PIN nicht nennen können, verweigern Sie den Zutritt zum Haus und informieren Sie uns bitte umgehend unter 02241 888 130.

3 – Anpassungsphase

Die physikalische Umstellung von L- auf H-Gas erfolgt im April 2021. Zu diesem Zeitpunkt müssen alle Gasgeräte erfasst sein. Eine Anpassung erfolgt je nach Gerätetyp vor oder nach diesem Stichtag.

Dazu vereinbaren, die schon mit der Erhebung betrauten Firmen, einen Termin mit Ihnen. Die Anpassung ist für Sie kostenlos und dauert etwa 30 Minuten.

Qualitätssicherung

Jeweils nach der Erhebung und Anpassung prüfen wir stichprobenartig, ob die Arbeiten rund um die Erhebung und Anpassung fachgerecht durchgeführt wurden. So gewährleisten wir einen hohen Qualitätsstandard während der Anpassungsphase.

Diese Besuche kündigen wir ebenfalls per Brief frühzeitig an. Jeder Erdgaskunde wird also mehrfach aufgesucht: zur Geräteerhebung, zur Geräteanpassung und möglicherweise zur Qualitätssicherung.

Fragen und Antworten

  

In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Arten von Erdgas zum Beispiel zum Heizen oder Kochen und in der Industrie verwendet. Zum einen wird „H-Gas“ genutzt. Die Bezeichnung ist aus dem englischen Begriff „high calorific gas“ abgeleitet und kennzeichnet Erdgas mit einem hohen Energiegehalt. Dieses „H-Gas“ wird von verschiedenen Lieferanten aus verschiedenen Staaten bezogen.

Zum anderen wird bislang auch in Troisdorf sowie in Nord- und in Teilen Westdeutschlands noch „L-Gas“ verwendet (aus dem Englischen „low calorific gas“, also Erdgas mit im Vergleich zum H-Gas niedrigerem Energiegehalt).

Die Netze, in denen diese beiden unterschiedlichen Gasqualitäten transportiert werden, werden getrennt voneinander betrieben. Nach der langen Nutzung über mehrere Jahrzehnte ist eine schrittweise Verringerung der L-Gasproduktion aufgrund der natürlichen Erschöpfung in den Erdgasfeldern in den Niederlanden und in Deutschland abzusehen. Die Regierung der Niederlande hat eine Reduktion der L-Gas-Produktion angekündigt.

Aus "L" mach "H"

L steht für „low“ und kennzeichnet ein Erdgas mit niedrigem Energiegehalt. H steht für „high“, also energiereicheres Erdgas. H-Gas hat einen höheren Methangehalt als L-Gas und damit einen etwa 10 Prozent höheren Brennwert (Energiegehalt). Dieser liegt der bei rund 12 kWh/m³, bei L-Gas bei nur etwa 9,8 kWh/m³. Um H-Gas sicher nutzen zu können, müssen alle Geräte angepasst werden.

Die fehlenden L-Gas-Mengen werden durch H-Gas-Mengen ersetzt, welche aus verschiedenen Bezugsquellen stammen. Rund zwei Drittel des deutschen Gasbedarfs werden derzeit aus Westeuropäischen Quellen (29 Prozent aus Norwegen und 23 Prozent aus den Niederlanden) und heimischer Produktion (7 Prozent) gedeckt. Größtenteils Russisches Erdgas (41 Prozent) wird über die Ukraine, Weißrussland und seit dem Bau der Nord-Stream auch durch die Ostsee direkt aus Russland geliefert. Damit verfügen die deutschen Erdgasunternehmen über breit diversifizierte Bezugsquellen, deren Erdgasmengen über ebenfalls diversifizierte Transportwege importiert werden. Die Diversifikation der Importe war dabei in den vergangenen Jahren stabil und nimmt mit der zunehmenden Verfügbarkeit von LNG (Liquefied Natural Gas) noch weiter zu. Somit wird eine einseitige Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern vermieden und die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet.

Aufgrund der kontinuierlich sinkenden L-Gasmengen wird Schritt für Schritt in den einzelnen Netzbereichen die Gasqualität auf H-Gas umgestellt. Dies erfordert eine Anpassung der Gasverbrauchsanlagen.

Die Umstellung von L- auf H-Gas erfolgt mit einem ausreichenden Planungsvorlauf, in welchen neben den Haushalts- und Gewerbekunden auch Industriekunden sowie Kraftwerksbetreiber eng eingebunden werden. So wird sichergestellt, dass die Umstellung der Netze in Zeiträumen möglichst geringer Systembelastung durchgeführt wird und der Zeitraum der nicht-Verfügbarkeit des Anschlusses sehr kurz ist. Auf diese Weise sind durch den eigentlichen Umstellungsprozess keine Auswirkungen sowohl auf die Gas- als auch auf die Stromversorgung zu erwarten.

Bei Heizungsanlagen und anderen gasnutzenden Endgeräten (z.B. Gasherd, Warm- und Heißwasserbereiter) werden vor der Erdgasumstellung alle bestehenden Geräte überprüft und gegebenenfalls auf die neue H-Gasqualität angepasst. Diese Anpassung der Heizungsanlagen und Endgeräte umfasst größtenteils den Austausch der Brennerdüse und eine Neueinstellung des Brenners. Erdgasautos, -busse etc. müssen nicht angepasst werden. Da sich ihre Motoren automatisch einstellen, können sie sowohl L- als auch H-Gas ohne Probleme verbrennen. Auch auf beliebige Mischungen von L- und H-Gas stellen sich die Motoren ein.

Bei Anlagen von Gewerbe- und Industriebetrieben können je nach Anlagentyp weitere Anpassungstätigkeiten notwendig sein. Dies ist jeweils vor Ort und individuell zu prüfen.

Nach der Anpassung des Endgerätes und der Umstellung des Erdgasnetzes auf H-Gas-Qualität ergeben sich für den Kunden meist keine Einschränkungen und Veränderungen bei dem Betrieb der Anlagen. Dies hatte sich bereits bei vergangenen Umstellungsvorgängen bspw. in den neuen Bundesländern gezeigt (damals wurden die Geräte von Stadtgas auf HGas umgestellt).

Wichtig zu wissen ist: Die Kosten für diese Anpassung zahlt nicht der Kunde vor Ort per Rechnung. Die Kosten werden stattdessen auf alle erdgasversorgten Haushalte und alle erdgasversorgten Industrieunternehmen in Deutschland umgelegt – unabhängig davon, ob Kunden L- oder H-Gas beziehen.

„Mit dieser gemeinschaftlichen Finanzierung wird dem Solidargedanken Rechnung getragen. Die Kunden können schließlich nichts dafür, dass die Umstellung erforderlich wird“, sagte Thomas Zak, Bereichsleiter Technik der Stadtwerke Troisdorf. Zudem wird die Finanzierung der Kosten zeitlich gestreckt: Beginnend im Jahr 2015 werden die pro Jahr anfallenden Kosten für die schrittweise Umstellung in Nord- und Westdeutschland ermittelt und Jahr für Jahr wie oben beschrieben deutschlandweit umgelegt. Dies geschieht bis zum Abschluss aller Umstellungsmaßnahmen etwa im Jahr 2030. Die Kosten werden in die Netzentgelte einfließen.

Selten, vor allem bei sehr alten Anlagen, ist eine Umrüstung nur mit hohem Aufwand möglich. In Einzelfällen kann auch eine Investition in eine neue, effizientere Anlage die einzige Lösung sein. Die Stadtwerke beraten in solchen Fällen über technische Lösungen und öffentliche Modernisierungszuschüsse.

Hier finden Sie einen Antrag auf Kostenerstattung.

Die gesetzliche Grundlage für dieses Verfahren findet sich im Energiewirtschaftsgesetz (Paragraf 19a: Umstellung der Gasqualität; Verordnungsermächtigung). An diese Vorgaben sind auch die Stadtwerke Troisdorf gebunden. Die Grundlage für Kostenerstattungen für nicht anpassbare Gasgeräte bildet die Gasgerätekostenerstattungsverordnung (GasGKErstV).

Nein, das neue H-Gas ist für Sie nicht teurer, denn Erdgas wird in ct/kWh angeboten. Sie verbrauchen weniger Kubikmeter mit einem höheren Energiegehalt. Im Ergebnis bleiben somit die verbrauchten Kilowattstunden, also die bezogene Energie, gleich.

Nein, auf keinen Fall. Die Jahreswartung sollte, wie bisher auch, ein örtlicher Handwerksbetrieb durchführen. Die Anpassungsfirma ist dafür nicht berechtigt. Das ist nach wie vor Aufgabe eines Installateurs Ihres Vertrauens.

Ja, eine Zählerablesung ist notwendig. Über die Durchführung der Ablesung erhalten Sie eine gesonderte Information.

Sie haben weitere Fragen?

In unserem Erdgasbüro beantworten wir Ihre Fragen sehr gern, persönlich oder auch telefonsich!

Erdgasbüro

erdgasbuero (at) stadtwerke-troisdorf.de
02241 888 130